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Lernen von den Besten: Anerkennungspreise 2019

Sieben Schulentwicklungsprojekte ausgezeichnet

Autorin: Martina Butler

Innovative Schulprojekte, besondere Leistungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung: fortschrittliche Volksschulen des Kantons Luzern können sich alle zwei Jahre um Anerkennungspreise bewerben, die mit 5'000 bis 10'000 Franken dotiert sind. Im 2019 sind die Schulen Schenkon, Kriens, Hitzkirch, Nebikon, die Schulhäuser Gasshof und Matt sowie die Psychomotorik der Stadt Luzern siegreich.

Alle zwei Jahre – aktuell bereits zum neunten Mal - zeichnet die Dienststelle Volksschulbildung Luzern Schulen aus, die besondere Leistungen erbracht haben. Sie belohnt damit Schulen, die mit den aktuellen Herausforderungen besonders gut umgehen und bringt Ihnen auf diese Weise spezielle Wertschätzung entgegen. Die prämierten Schulen rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit, werden von anderen Schulen und von der Öffentlichkeit wahrgenommen und können dadurch eine Vorbildwirkung entfalten.

Feiern mit Heidi Happy

Die Schulen durften die Preise im Rahmen einer würdigen Feier – musikalisch untermalt von der bekannten Luzerner Sängerin Heidi Happy - im Hotel Seeburg in Luzern in Empfang nehmen. Mit dabei war auch Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss, sichtlich stolz und erfreut:

 

«Ich sehe den Anerkennungspreis als Würdigung der tollen Leistungen, die in unseren Schulhäusern erbracht werden. Allen ausgezeichneten Projekten ist gemeinsam, dass sie die Qualität unserer Schulen fördern und eine gute zeitgemässe Bildung vermitteln.»

 

An der Feier zugegen waren zudem weitere Gäste aus Bildung und Politik und last but not least natürlich auch die Presse.

Sechs Schulen ausgezeichnet

Für die Anerkennungspreise 2019 gingen 16 Bewerbungen ein. Eine breit zusammengesetzte Jury prüfte alle Projekte sorgfältig nach einer vorgegebenen Kriterienliste. Schliesslich hat sie die folgenden sechs Schulen als Siegerinnen und Sieger erkoren:

Schule Schenkon: Konzept Altersgemischtes Lernen

"Die Schule Schenkon ist eine Pionierschule im Bereich des altersgemischten Lernens. Während sechs Jahren haben die Lehrpersonen mit grossem Engagement ein auf ihre Schule abgestimmtes Unterrichtskonzept für altersgemischte Klassen erarbeitet und institutionalisiert. «Die älteren Kinder sind stolz, wenn sie den jüngeren etwas erklären können, und festigen gleichzeitig ihr Wissen.» beschreibt Andreas Düring, Schulleiter der Gemeinde, einen der positiven Aspekte.

 

Das sagt die Jury:

«Die konsequente und nachhaltige Umsetzung des altersgemischten Lernens hat Vorbildcharakter für andere Schulen.»

Zentrumsschulhäuser Kriens: Kultur im Zentrum

Kultur als Verbindung für rund 300 Lernende aus 58 Nationen – so die Idee, welche im Herbst 2016 den Ausschlag für das Projekt an den Schulhäusern Zentrum Kriens gab. Während zweier Lektionen pro Woche wurde der kulturellen Bildung, z.B. Musik, Tanz, Spiel usw. klassenübergreifend besondere Beachtung geschenkt. «Zu Beginn war es bereits eine Herausforderung, ein Lied gleichzeitig anzufangen und aufzuhören, doch dann konnten wir schnell an musikalischen Details feilen.» sagt Projektleiterin Barbara Maisch. Das Projekt wird nun weiterentwickelt und soll langfristig im Schulalltag verankert werden.

 Das sagt die Jury:

«Die Kultur ist hier ein Element für die soziale Integration und Vielfalt

und hat somit einen starken Bezug zu den aktuellen Herausforderungen der Schule.»

Primarschule Hitzkirch: Schulfamilien

«Schulfamilien» sind altersgemischt und bestehen aus neun bis elf Kindern vom Kindergarten bis zur 6. Klasse. Die Kinder bleiben über ihre gesamte Primarschulzeit hinweg in derselben Schulfamilie. Sie werden von einer Lehrperson betreut und treffen sich viermal jährlich an einem sogenannten Familienhalbtag. Sie haben zum Ziel, die Beziehungen unter den Kindern über die Altersstufen hinweg zu pflegen und damit Streitereien vorzubeugen und zu einem positiven Schulklima beizutragen. «Man kennt sich und pflegt teilweise auch in der Freizeit ein entspanntes Verhältnis über die Klassen hinaus.» freut sich Schulleiterin Lisbeth Furrer-Roth.

 

Das sagt die Jury:

«Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag in Bezug

auf die Gewaltprävention und

einen Brückenbau für fremdsprachige Familien.»

Schule Nebikon: Literatur auf der Spur

Leseförderung wird an der Schule Nebikon gross geschrieben. Im Rahmen von «Literatur auf der Spur» beschäftigte sich die ganze Schule während einer Projektwoche mit unterschiedlichsten, vielfältigen und kreativen Angeboten: Eigene Bildergeschichten schreiben, Lieder von Mani Matter in Theaterstücke umwandeln, mittels Handy und QR-Code einen Kriminalfall lösen usw. Neben den Lernenden und Lehrpersonen wurden auch die Eltern, ja das ganze Dorf miteinbezogen. Schulleiter Joachim Redondo stellt denn auch erfreut fest: «Die Nebiker Schülerinnen und Schüler wissen jetzt: Literatur ist mehr als ein Staubfänger in einem Regal. Sie ist lustvoll, genussvoll, fantastisch, nachdenklich und spannend – auch heute noch.»

Das sagt die Jury:

«Dem Projekt lagen umfassend fachliche und

soziale Ziele zugrunde, die unter hoher Partizipation und

Mitwirkung der Beteiligten verfolgt wurden.»

Schulhäuser Gasshof & Matt Luzern: Galileo Junior

«Galileo Junior» richtete sich an leistungswillige Jugendliche der 2. Sekundarstufe mit dem Ziel, deren Freude an Technik und Naturwissenschaften bzw. an MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu fördern und forschendes Lernen anzuregen. An zwölf Mittwochnachmittagen trafen sich vierzehn Lernende mit zwei Lehrpersonen, erarbeiteten die theoretischen Grundlagen physikalischer Phänomene und erprobten deren praktische Umsetzung. «Die Lernenden brachten eine hohe Motivation mit und schafften Dinge, die für sie im ersten Moment fast unmöglich schienen.» freut sich Christian Bigler, Schulleiter des Schulhauses Matt.

 

Das sagt die Jury:

«Das innovative Begabungsförderungsprojekt fördert auf eindrückliche Weise

das handlungs- und kompetenzorientierte Lernen.»

Psychomotorik Stadt Luzern: Mutige Mädchen

«Mutige Mädchen» ist für Mädchen aus dem Kindergarten und der 1./2. Klasse, die über ein gehemmtes Bewegungsverhalten und/oder ein geringes Selbstvertrauen verfügen. Sie treffen sich in der Turnhalle und lernen unter Anleitung von zwei Psychomotorik-Therapeutinnen – und teilweise in Anwesenheit der Eltern - mutige Bewegungsübungen zu meistern. Sina Grolimund, Leiterin Psychomotorik an den Volksschulen der Stadt Luzern freut sich über den Erfolg des Projekts, das mittlerweile institutionalisiert ist: «Dank dem geschützten Rahmen, der Arbeit in der Gruppe und dem entwicklungsentsprechenden Bewegungsangebot gewinnen die Mädchen im Lauf des Projekts rasch an Sicherheit in der Motorik und in der sozialen Interaktion.» 

 

Das sagt die Jury:

«Als sehr positiv wird die Psychomotorik-Therapie in Gruppen gewertet.

Das Projekt ist auch für andere Schuldienste gut umsetzbar und könnte zudem

ausserhalb der Psychomotorik durchgeführt werden.»

Innovation wird auch in Zukunft honoriert

Die Ausschreibung von Anerkennungspreisen geschieht im Rahmen des Projekts «Schulen mit Zukunft», das vom Luzerner Bildungs- und Kulturdepartement (link), dem Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter der Volksschulen (link), dem Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband (link), dem Verband der Bildungskommissionen sowie dem Verband Luzerner Gemeinden (link) getragen wird. Die nächste Ausschreibung erfolgt voraussichtlich im 2020 – für besondere Leistungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung, für spezielles Engagement, für innovative Luzerner Volksschulen.

 

Mehr Bilder von der Übergabefeier sind auf der Website der DVS zu sehen. Bilder: Heidi Hostettler, 2019; zVg. von DVS

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