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Lernende der Fachklasse Grafik bringen Spitteler-Text ins Museum

Text: Regula Huber, Fotos: Fachklasse Grafik

Im Natur-Museum Luzern ist bis am 13. Oktober eine Hommage an Nobelpreisträger Carl Spitteler - der 32 Jahre in Luzern gelebt hat - zu sehen. Lernende der Fachklasse Grafik stellen aktuelle Bezüge her zu den alten Texten und zeigen, dass Spitteler alles andere als verstaubt ist.

Fachklasse Grafik Natur-Museum Luzern Spitteler
Mit mitgebrachten Gegenständen nähern sich die Lernenden der Fachklasse Grafik dem Spitteler-Text an.

«Wir waren nicht sicher, ob es funktionieren würde. Eine alte Geschichte, in alter Sprache – aber die Lernenden des 1. Ausbildungsjahres haben sich erstaunlich offen mit der dramatische Spitteler-Geschichte über Xaver Z’Gilgen auseinandergesetzt!» Tobias Klauser, Co-Prorektor der Fachklasse Grafik (FKG) freut sich über das gelungene Projekt, das nun seinen Abschluss in der aktuellen Ausstellung im Natur-Museum Luzern findet. Mit Zeichnungen, Malereien, Fotos, dreidimensionalen Objekten und Computer-Arbeiten haben sich die 30 Lernenden der zwei 1. Klassen der Fachklasse Grafik an die berührende Geschichte «Xaver Z’Gilgen» aus der Feder von Carl Spitteler angenähert.

Fachklasse Grafik Natur-Museum Luzern
Porträts aus alter Zeit - neu arrangiert
Fachklasse Grafik Natur-Museum Luzern
Work in progress - Blick ins FKG-Klassenzimmer

Interdisziplinäres Projekt

Die Erzählung, die in der Ausstellung im Zentrum steht, handelt vom armen Schiffsmann Xaver Z’Gilgen, der seine Frau und seine Tochter unter dramatischen Umständen verliert und darüber zerbricht. «Die Geschichte hat Elemente, die heute wieder aktuell sind: Fremdenfeindlichkeit, Armut, Machtmissbrauch – das hat die Jugendlichen fasziniert und diese Themen kommen in der Ausstellung nun auch zum Ausdruck» erklärt Klauser. Das Projekt der Fachklasse Grafik wurde interdisziplinär vertieft. Im Fach Deutsch setzen sich die Lernenden zusammen mit ihrer Lehrerin Gabriela Wild mit dem literarischen Vermächtnis Spittelers auseinander und entwarfen daraufhin eigene Texte.

 

Die Ausstellung im Natur-Museum ist wie der Z’Gilgen-Text als «Geschichte in der Geschichte» aufgebaut: entlang der Wände finden sich Originalskizzen Spittelers mit Szenen aus Natur und Landschaft, im Innern des Raumes erzählen die jungen Menschen die eigentliche erschütternde Geschichte. Unterstützt wurden die beiden Klassen von drei Illustratoren, die die Ausstellung eingerichtet haben, entstanden ist bei diesem Projekt eine zeitenüberschreitende Begegnung mit dem Literaturnobelpreisträger.

Werkstattbesuch des Bildungsdirektors

Fachklasse Grafik Natur-Museum Luzern Marcel Schwerzmann
Werkstattbesuch vlnr: Karin Pauleweit, Dienststellenleiterin Hochschulen und Kultur, Valentin Heller, Lernender FKG, Tobias Klauser, Co-Prorektor FKG, Britta Allgöwer, Direktorin Natur-Museum und Marcel Schwerzmann, Bildungs- und Kulturdirektor.

Davon konnte sich Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann bei seinem Werkstattbesuch anlässlich des Aufbaus der Ausstellung überzeugen: «Es ist faszinierend zu sehen, wie die Schülerinnen und Schülern den aktuellen Bezug zum Text aus dem Jahre 1888 herausgearbeitet haben. Mit kreativen Ideen können auch junge Menschen motiviert werden, sich mit Geschichten aus der Vergangenheit zu beschäftigen».

Ausstellung & Werkschau

«Wer die Natur aufrichtig schätzt, hat seine Lieblingsgegenden» Spitteler liebte die Natur – und die Menschen. Überrascht von einem Gewitter bei einer Bergwanderung, übernachtet der Ich-Erzähler in «Xaver Z’Gilgen» bei einem Schwyzer Alpsennen und entdeckt dabei die herzergreifende Geschichte Xavers und seiner Tessiner Frau Speranza. Die Werkschau der Fachklasse Grafik des Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrums Luzern zeigt, wie junge Menschen diese Geschichte des Andersseins heute interpretieren. Im Wechselspiel dazu zeigt die Ausstellung Originalzeichnungen Spittelers zu Natur- und Landschaftsmotiven aus dem Schweizerischen Literaturarchiv.

Natur-Museum Luzern (1. Stock) Ausstellungsdauer: 14. September–13. Oktober 2019, 10.00–17.00 Uhr, täglich ausser montags.

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