Text: Marlen Walthert / Blogredaktion
Grafiken: Bildungsbericht 2024 / LUSTAT Statistik Luzern
Der Bildungsbericht 2024 von LUSTAT - Statistik Luzern liefert einen Überblick über die Luzerner Bildungslandschaft – vom Kindergarten bis zur Hochschule. Wie ein Strassennetz verbinden die Bildungswege gemeinsame Pfade mit individuellen Abzweigungen, die den persönlichen Lebensweg prägen. In unserer Artikelserie beleuchtet Marlen Walthert von LUSTAT Statistik Luzern verschiedene Facetten des Bildungssystems. Im ersten Beitrag unserer Artikelserie erfahren Sie, was Bildung alles leistet.
In Kürze:
- Der Bildungsbericht 2024 zeigt, dass Bildung mit besseren Jobchancen, höheren Einkommen und einer starken Wirtschaft zusammenhängt.
- Investitionen in Bildung lohnen sich – Der Kanton Luzern gibt viel Geld für Bildung aus, da sie langfristig positive Auswirkungen hat.
- Das Bildungsniveau im Kanton Luzern steigt, aber soziale Herkunft zählt – Immer mehr Menschen machen höhere Abschlüsse, doch wer aus Familien ohne höhere Ausbildung stammt, hat es schwerer.
- Lebenslanges Lernen ist wichtig – Weiterbildung hilft, beruflich und gesellschaftlich Schritt zu halten, wird aber häufiger von höher Gebildeten genutzt.
- Höhere Bildung bedeutet bessere Zukunftschancen – Menschen mit höheren Abschlüssen finden leichter Arbeit, verdienen mehr und sind seltener auf Sozialhilfe angewiesen.
Bildung wird oft als einer unserer wichtigsten Rohstoffe bezeichnet. Rohstoff meint, dass Bildung eine Grundlage für unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Zusammenleben bildet. Denn Bildung lohnt sich – nicht nur für das Individuum, sondern für die gesamte Gesellschaft. Sie vermittelt Wissen und Fähigkeiten, die persönliche Entwicklung fördern und Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bringen. Auch der Staat profitiert - zum Beispiel durch gesellschaftliches Engagement oder höhere Steuereinnahmen. Die Analysen weisen darauf hin, dass die Steuerrechnungen tendenziell höher werden, je höher der höchste Bildungsabschluss eines Haushalts ist.
In die Bildung wird aber auch viel investiert, sie gehört zu den grössten Ausgabenposten der öffentlichen Hand. Der Kanton Luzern und seine Gemeinden investierten 2021 über 1,5 Milliarden Franken in Bildung - 30,3 Prozent der gesamten Staatsausgaben. Der Bildungsbericht untersucht daher auch den Nutzen dieser Investitionen aus verschiedenen Perspektiven.
Steigendes Bildungsniveau im Kanton Luzern

So zeigt der Bildungsbericht 2024, dass im Kanton Luzern das Bildungsniveau der Bevölkerung steigt. Immer mehr Menschen absolvieren eine nachobligatorische Ausbildung: 2010 hatten 82 Prozent der 25- bis 64-Jährigen im Kanton Luzern mindestens eine Berufslehre oder eine Maturität abgeschlossen. Bis 2022 stieg dieser Anteil auf 88 Prozent. Auch die Zahl der Personen, die an einer Hochschule studieren oder einen Abschluss der höheren Berufsbildung erlangen, wächst. Der aktuelle Bildungsbericht zeigt aber auch, dass trotz steigender Bildungsabschlüsse die soziale Herkunft ein entscheidender Faktor bleibt. Personen, deren Eltern keine höhere Ausbildung gemacht haben, erreichen selbst auch seltener eine höhere Ausbildung.
Bildung als Investition ins lebenslange Lernen
Bildung fördert gewissermassen Bildung, zeigen die Zahlen des Bildungsberichts. Denn Bildung endet nicht mit dem Abschluss einer Berufslehre oder eines Studiums. Das lebenslange Lernen in Form von Weiterbildung hilft, mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen Schritt zu halten und uns weiterzuentwickeln. Obwohl Weiterbildungen grundsätzlich allen offenstehen, bilden sich Menschen mit höherer Ausbildung häufiger weiter.
Bessere Jobchancen durch Bildung

Die Analysen im Bildungsbericht zeigen weiter, dass die Ausbildung einen Einfluss darauf hat, ob jemand erwerbstätig ist oder nicht. Insbesondere Frauen nehmen häufiger am Erwerbsleben teil, wenn sie eine nachobligatorische Ausbildung abgeschlossen haben. Insgesamt ist die Erwerbsquote der Frauen in den letzten Jahrzehnten gestiegen – parallel zum Bildungsniveau. Allgemein steigt auch der Lohn mit zunehmendem Bildungsabschluss.


Der Bildungsbericht zeigt auch: Je höher der Bildungsabschluss einer Person, desto grösser sind ihre Chancen bei der Arbeitssuche. Dagegen ist unter den Personen ohne Bildungsabschluss ein grösserer Teil erwerbslos, also auf der Suche nach einer Stelle. Zudem haben diese Personen ein höheres Risiko, auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Von den Personen ohne Abschluss werden 8,6 Prozent von der Sozialhilfe unterstützt, unter den Personen mit einem Lehrabschluss oder einer Maturität beträgt dieser Anteil 1,5 Prozent.
Bildung ermöglicht Teilhabe und Mitgestaltung

Zwar wurden hier einige Vorteile von Bildung aufgezeigt, jedoch gibt es viele weitere, die nicht direkt gemessen und nur schwierig auf Basis von Daten analysiert werden können. So trägt Bildung zum Beispiel dazu bei, dass sich die oder der Einzelne besser entfalten kann. Wissen und Fähigkeiten ermöglichen technische und gesellschaftliche Veränderungen. Und auch die Teilnahme an Diskussionen und die Möglichkeiten zur Mitgestaltung des öffentlichen Lebens werden durch Bildung erleichtert.
Wie der persönliche Bildungserfolg eingeschätzt wird, thematisiert der Bildungsbericht aufgrund der Zufriedenheit der Bevölkerung mit der eigenen Ausbildung. Die meisten Luzernerinnen und Luzerner sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Dabei ist die Zufriedenheit umso grösser, je höher der erlangte Bildungsabschluss ist.
Weitere Informationen im Bildungsbericht

Der Luzerner Bildungsbericht liefert weitere Erkenntnisse zum Nutzen der Bildung. Ergänzend stehen ein Erklärfilm, eine druckbare Zusammenfassung und ein interaktives Infopanorama zur Verfügung.
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Tamara Estermann (Dienstag, 01 April 2025 08:23)
Der Bildungsbericht 2024 zeigt, wie Bildung Zukunftschancen verbessert und die Gesellschaft stärkt. Sie hat zudem einen großen Einfluss auf die Gesundheit: Gut gebildete Menschen leben oft gesünder, da sie besseren Zugang zu Gesundheitsinformationen haben und bewusster Entscheidungen treffen. Investitionen in Bildung sind daher auch Investitionen in die Gesundheit der Bevölkerung. Bildung stärkt die Gesundheitskompetenz, fördert gesündere Lebensweisen und kann langfristig gesundheitliche Ungleichheiten verringern.