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BM SEK+ Ausbildner: «Ich habe grosse Achtung und Respekt vor den BM SEK+ Lernenden»

BM SEK+ Lernende beginnen bereits während der dritten Sekundarklasse mit der Berufsmaturität. So auch Svenja Egli und Noe Schwegler. Nun da sie auch mit der Lehre begonnen haben, ist es Zeit für einen Augenschein in ihrem Lehrbetrieb Schwegler Architektur AG in Gettnau.

Svenja Egli und Noe Schwegler bei der Arbeit im Architekturbüro Schwegler Architektur AG. (Bild: zVg)
Svenja Egli und Noe Schwegler bei der Arbeit im Architekturbüro Schwegler Architektur AG. (Bild: zVg)

Während andere Schülerinnen und Schüler «erst» mit Lehrbeginn oder noch später mit der Berufsmaturität beginnen, sind die BM SEK+ Lernenden Svenja Egli und Noe Schwegler bereits mitten drin. Sie beide haben nämlich - wie im BM SEK+ Modell üblich - bereits während der 3. Sekundarklasse mit der Berufsmaturität begonnen. Svenja Egli, welche im Schuljahr 2021/22 und Noe Schwegler, welcher im Schuljahr 2022/23 mit der BM SEK+ gestartet sind, absolvieren beide die vierjährige Lehre als Zeichner/in EFZ Fachrichtung Architektur bei Schwegler Architektur AG in Gettnau. Svenja Egli ist mittlerweile im zweiten Lehrjahr, Noe Schwegler hat diesen Sommer mit der Lehre begonnen.  


Was ist die BM SEK+?

Die Berufsmaturität (BM) ergänzt die Berufslehre mit einer vertieften Allgemeinbildung und öffnet den Weg an die Fachhochschulen. Seit Schuljahr 2021/22 können leistungsstarke Sekundarschüler/innen, welche eine technische oder gewerbliche Berufslehre absolvieren wollen, bereits in der 3. Sek mit der BM beginnen. Sie besuchen dafür jeweils am Mittwoch den Berufsmaturitätsunterricht am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe in Luzern. Nach Abschluss der Volksschule treten die Lernenden dann die Berufslehre in einem Betrieb an, besuchen die Berufsfachschule und fahren mit dem BM-Unterricht fort. Dieses Modell heisst BM SEK+ und ermöglicht begabten Lernenden, die Berufsmaturität ein Jahr früher abzuschliessen.



Gefragt sind Ausdauer und Durchhaltewillen

Hans Schwegler, dipl. Architekt HTL/SIA, ist für die Ausbildung von Svenja Egli und Noe Schwegler verantwortlich und ist beeindruckt von ihren Leistungen. (Bild: zVg)
Hans Schwegler, dipl. Architekt HTL/SIA, ist für die Ausbildung von Svenja Egli und Noe Schwegler verantwortlich und ist beeindruckt von ihren Leistungen. (Bild: zVg)

Der Ausbildungsverantwortliche Hans Schwegler, Dipl. Architekt HTL/SIA und Geschäftsleiter, macht gute Erfahrungen mit den beiden Lernenden: «Ich habe grosse Achtung und Respekt vor dem, was die beiden Lernenden mit diesem Modell auf sich nehmen. Es braucht enorme Ausdauer und Durchhaltewillen». Dass sie dazu fähig sind, haben sie schon vor dem Beginn ihrer Berufslehre bewiesen. Denn bereits während der 3. Sek einen Tag pro Woche den anspruchsvollen BM-Unterricht an der Berufsfachschule zu besuchen, erfordert ein grosses Mass an Disziplin, Selbstständigkeit und Organisationstalent.  Von diesen Fähigkeiten profitieren die jungen Menschen beim Eintritt in die Berufslehre. Zu den bisherigen zwei Lernorten kommt dann nämlich noch ein dritter hinzu - der Lehrbetrieb. Die Integration in den Betrieb dauert gemäss Hans Schwegler allerdings etwas länger, weil die Lernenden an zwei Tagen in der Schule sind. «Bedingt durch die Unterbrüche durch die Schultage sind sie weniger ins laufende Tagesgeschäft integriert», sagt Schwegler. Als grosses Plus sieht er die Zielstrebigkeit der beiden Lernenden und ihre Fähigkeit, mit Leistungsdruck umgehen zu können. Das kommt beiden Seiten zugute. Überhaupt stellt Hans Schwegler fest, dass seine beiden BM SEK+ - Lernenden sehr motiviert sind. Sie meisterten die Umstellung von der Schule in die Berufswelt rasch und sind im Berufsalltag meist aktiver als andere Lernende. 

Dank BM SEK+ mehr Zeit für Vertiefungsjahr

Schwegler Architektur AG hat schon mehreren Lernenden ermöglicht, die BM zu absolvieren, bisher jeweils lehrbegleitend. Den Vorteil beim BM SEK+-Modell sieht Hans Schwegler darin, dass die Lernenden nach drei Jahren die BM abschliessen und sich danach intensiv auf das ebenfalls herausfordernde vierte Vertiefungsjahr (4. Lehrjahr) konzentrieren können. Ob Modell BM SEK+ oder lehrbegleitende BM, wichtig ist Hans Schwegler primär, dass die schulischen Leistungen und die Leistungsbereitschaft stimmen. Sein Betrieb ist in der glücklichen Lage, noch immer so viele gute und geeignete Bewerbungen zu erhalten, dass er jeweils auswählen darf beziehungsweise muss. Zunächst aber freut sich Hans Schwegler nun, «die beiden Lernenden Svenja und Noe während des von ihnen gewählten, anspruchsvollen Ausbildungsweges begleiten zu dürfen».


Schnuppernachmittag und Informationsveranstaltung zur BM SEK+

Interessierte Jugendliche der 2. Sekundarklassen des Kantons Luzern können am 15. November 2023 im Berufsbildungszentrum Luzern einen Schnuppernachmittag besuchen und anschliessend zusammen mit den Eltern an einer Informationsveranstaltung teilnehmen. Die Anmeldung muss bis am 8. November 2023 über dieses Formular erfolgen.


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