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Gesundheitsmittelschule Luzern: Der Weg in die Pflege mit Berufsmaturität

Interview: Vera Bergen / Vorschaubild: Pixabay / Gerd Altmann

Die Gesundheitsmittelschule (GMS) Luzern ist eine Ausbildungsmöglichkeit für angehende Gesundheitsprofis. Mit einem Fokus auf praktischen Fähigkeiten und schulischer Leistung bereitet die GMS ihre Schülerinnen und Schüler auf eine breite Palette von Berufsmöglichkeiten im Gesundheitswesen vor. Die Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit FaGe EFZ können nach der GMS direkt ins Berufsleben starten oder dank der Berufsmaturität ein Studium im Pflegebereich in Angriff nehmen. Rektor Matthias Hauser stellt die Gesundheitsmittelschule vor.


Für eilige Leser und Leserinnen

  • Die Gesundheitsmittelschule GMS Luzern bietet eine Berufsausbildung (Fachfrau/mann Gesundheit) mit Berufsmaturität und damit eine ideale Basis für die weitere berufliche Laufbahn im Gesundheitswesen, da sie einem Zugang zur Fachhochschule verschafft.
  • Jugendliche, welche sich mit 16 Jahren noch zu jung fühlen für die Arbeit in der Pflege, haben durch den Besuch der GMS mehr Zeit in den Beruf hineinzuwachsen. Sie erwerben zuerst vielfältige schulische Kompetenzen und können dann im letzten Ausbildungsjahr- im Langzeitpraktikum - in das praktische Berufsleben starten. 
  • Am 20. März 2024 findet eine Informationsveranstaltung zur GMS statt. Hier geht es zu weiteren Informationen und Anmeldung.
  • Jugendliche, die sich für die GMS interessieren, absolvieren neu das Aufnahmeverfahren bereits im Herbst. Für die heutigen 2. Sek-Schüler und Schülerinnen ist das Zeugnis des aktuellen Semesters (Juli 2024) massgebend für die prüfungsfreie Aufnahme. Sie müssen sich bis zum 15. September 2024 für das Aufnahmeverfahren anmelden, wenn sie im August 2025 das Orientierungsjahr am Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum starten möchten.

Matthias Hauser ist Rektor Gesundheitsmittelschule sowie Fachmittelschule am Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum in Luzern. (Bild: Daniel Infanger)
Matthias Hauser ist Rektor Gesundheitsmittelschule sowie Fachmittelschule am Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum in Luzern. (Bild: Daniel Infanger)

Matthias Hauser, stellen Sie uns die Gesundheitsmittelschule kurz vor? 

Die Gesundheitsmittelschule führt die Lernenden auf dem schulischen Weg zum Fachmann oder zur Fachfrau Gesundheit FaGe mit Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ und Berufsmaturität. Diese Ausbildung eröffnet den Jugendlichen sehr gute Perspektiven für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn sowie für ein Hochschulstudium im Gesundheitswesen. Mit einer überschaubaren Anzahl von 20-30 Lernenden pro Jahrgang gelten wir in der Branche als eine Schule, die Qualität und individuelle Betreuung zusammen bringt. Was die GMS sicherlich auch bemerkenswert macht, ist die Nähe zum Beruf und dass sich unsere Lernenden sehr stark damit identifizieren. Die Gesundheitsmittelschule bietet Jugendlichen mit einer hohen Sozialkompetenz, welche einmal in der Pflege arbeiten wollen, eine angenehme und positive Lernumgebung.

 

Was müssen Schülerinnen und Schüler neben einer hohen Sozialkompetenz mitbringen, um an der GMS angenommen zu werden?

Bedingung für den Eintritt ist, dass die Jugendlichen motiviert und leistungsstark sind. Zudem müssen sie das 10. Schuljahr an einer Mittelschule bestanden haben. Das ist in der Regel das erste Jahr an der Fachmittelschule FMS, kann aber auch das vierte Jahr an einem Gymnasium oder das erste Jahr an einem Kurzzeitgymnasium sein, sofern der Übertritt nach der 3. Sekundarklasse erfolgt ist. Zudem müssen sie bereits über die Zusage für einen Praktikumsplatz für das letzte Ausbildungsjahr verfügen.  

Wie ist die Ausbildung an der GMS aufgebaut?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. In den ersten beiden Jahren umfasst der Lehrplan sowohl schulischen als auch berufskundlichen Unterricht sowie die obligatorischen überbetrieblichen Kurse (üK-Tage). Am Ende des schulischen Teils stehen die Berufsmaturitäts-Prüfungen und die berufskundliche Abschlussprüfung. Anschliessend folgt ein dreizehnmonatiges Langzeitpraktikum in einem Spital, in der Spitex oder in einem Alters- oder Pflegezentrum, während dem die Lernenden die praktischen Kompetenzen für das abschliessende Qualifikationsverfahren erlernen.

 

Worin liegt der Vorteil der Vollzeitschule und dem anschliessenden Praktikumsjahr?

Einerseits schätzen es unsere Lernenden, dass sie auch nach der Sekundarschule in einen Klassenverband integriert sind und nicht zuletzt auch weiterhin in den Genuss der Schulferien kommen. Was wir häufig hören, ist auch das Argument, dass man sich mit 16 Jahren noch zu jung fühlte für die Arbeit an der Front. Bei uns haben die Jugendlichen mehr Zeit, in den Beruf hineinzuwachsen. Sie erwerben zuerst vielfältige Kompetenzen und können dann im Langzeitpraktikum aus dem Vollen schöpfen. 


(Bild: zVg)
(Bild: zVg)

 

 

 

«Durch die Gesundheitsmittelschule habe ich meinen Weg gefunden und nicht nur an Wissen gewonnen, sondern auch an Freunden und Reife. Ich bin zufrieden und werde optimal auf die Zukunft vorbereitet».

 

 

Gian Othmer, Lernender GMS



Welche Möglichkeiten haben Abgänger und Abgängerinnen der GMS nach Abschluss der Schule?

Die beruflichen Aussichten sind sehr gut und die Chancen, dass das Langzeitpraktikum in eine Festanstellung mündet, sind ausgezeichnet.  Viele Jugendliche möchten jedoch nicht direkt in den Beruf starten, sondern ein Pflegestudium an einer Fachhochschule oder einer Höheren Fachschule aufnehmen. Die Berufsmaturität, welche sie durch den Abschluss an der GMS erlangen, ist dafür ein wichtiger Türöffner.  Neben einem Pflegestudium stehen ihnen auch weitere Fachhochschul-Studienrichtungen offen, wie zum Beispiel in der Geburtshilfe oder Physiotherapie. Dank der Passerelle ist auch ein Universitätsstudium möglich. Es gibt auch Medizin-Studenten und -Studentinnen, die aus unserer Schule kommen. 

 

Zudem haben unsere Abgänger und Abgängerinnen bald noch weitere Studienmöglichkeiten. Denn die Hochschule Luzern  bietet bereits ab diesem Jahr neue Studienrichtungen in der Pflege an. Im Herbst 2024 startet ein verkürzter Bachelor in Pflege FH für diplomierte Pflegefachpersonen sowie ein Bachelor in Medizintechnik / Life Sciences FH. Im Herbst 2025 folgen dann der reguläre Bachelor und der Master in Pflege FH. 


(Bild:  zVg)
(Bild: zVg)

 

 

«Ich begann mein Praktikum zeitgleich mit den Erstlehrjahr-Lernenden am Schweizer Paraplegiker Zentrum SPZ. Im Gegensatz zu ihnen schliesse ich aber nach dem einjährigen Praktikum bereits meine Ausbildung ab. Von Anfang an konnte ich mein theoretisches Wissen anwenden und mit der Praxis verknüpfen».

 

 

Amanda Fischer, bis im Sommer 2024 im GMS-Praktikum am Paraplegiker Zentrum Nottwil



Dieses Jahr feiert die GMS ihr 20-Jahr-Jubiläum. Wie hat sich die Schule seit ihrer Gründung verändert?

Was sich natürlich fortlaufend ändert, sind die Lernformen und wie überall spielt die Digitalisierung auch bei uns eine bedeutende Rolle. Und die Entwicklungen gehen weiter. Unter dem Titel «Flow 3X» hat der Branchenverband XUND eine Entwicklung angestossen, welche die Zusammenarbeit zwischen der GMS und den überbetrieblichen Kursen üK als Lernorte auf eine neue Ebene bringen soll (Lernortkooperation). Wir freuen uns über diese Dynamik, denn es geht nicht zuletzt auch darum, noch mehr Lernende für die interessanten und sinnstiftenden Berufe im Gesundheitswesen zu gewinnen. Hier will die GMS ihren Beitrag dazu leisten und dafür auch das Jubiläum nutzen, um die GMS in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen. 


GMS stellt sich an Zentralschweizer Woche der Gesundheitsberufe vor

Vom 16. bis 23. März 2024 findet die Zentralschweizer Woche der Gesundheitsberufe statt. Alters- und Pflegezentren, Labore, Psychiatrien, Rehabilitationszentren, Spitäler und Kliniken, Spitex-Organisationen und weitere bieten mit Führungen, Schnupper-Stunden, Postenläufen, Gesprächen usw. Einblicke in verschiedene Berufe im Gesundheitswesen an.

 

Die Gesundheitsmittelschule stellt sich im Rahmen dieser Woche mit einer Informationsveranstaltung am 20. März 2024 vor. Lernende, Eltern und weitere Interessierte melden sich hier an. 

 

 

 

 

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