Text: Ueli Eichholzer / Blogredaktion
Bilder: Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim
Es ist das Highlight des Jahres für die Mitarbeitenden mit Assistenzbedarf des Heilpädagogischen Zentrums HPZ Schüpfheim. Einmal pro Jahr werden sie für besondere Leistungen und persönliche Entwicklungsschritte mit individuellen Diplomen ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielten acht Mitarbeitende im Erwachsenenbereich eine solche Auszeichnung.
In Kürze:
- Das Heilpädagogische Zentrum Schüpfheim hat dieses Jahr acht Mitarbeitende mit Assistenzbedarf ausgezeichnet.
- Die Diplomierungen finden im Erwachsenenbereich statt, wo Menschen mit Assistenzbedarf arbeiten und begleitet werden.
- Die Diplome würdigen besondere Fähigkeiten und persönliche Entwicklungen.
- Mit den Diplomierungen macht das HPZ Leistungen sichtbar, die im Arbeitsalltag oft selbstverständlich sind und Teil eines Verständnisses von Lernen als lebenslangem Prozess sind.

Der Saal hält den Atem an. Dann geschieht der magische Augenblick: Der eigene Name erklingt. Je nachdem, wer das Diplom erhält, ist es ein Moment purer, ungefilterter Freude, ein stilles Strahlen oder ein befreiender Jubel. Wenn die Ausgezeichneten anschliessend auf dem Ehren-Sessel Platz nehmen, ist der Stolz förmlich greifbar – besonders dann, wenn die eigene Leistung noch einmal anhand von Bildern lebendig wird, bevor das verdiente Diplom überreicht wird. Diese Emotionen sind für die Mitarbeitenden mit Assistenzbedarf von unschätzbarem Wert und zeigen, welche Wirkung Anerkennung haben kann.
Diplomierungen als Highlight im Erwachsenenbereich
Bei der 10. Durchführung dieser Diplomierung im Erwachsenenbereich hat das Heilpädagogische Zentrum HPZ Schüpfheim acht von insgesamt 43 Mitarbeitenden mit Assistenzbedarf ausgezeichnet.
Gewürdigt wurden dabei nicht etwa eine Aus- oder Weiterbildung, sondern besondere Hingabe, Geschick oder beeindruckende Entwicklungsschritte. Entsprechend tragen die Diplome auch Titel wie «Der Entsorger», «Der Frühstückszubereiter», «der Sägermeister», «Tänzer», «Telefonistin», «Hasenexperte», «Tierflüsterer», «Schredderexpertin», «Die Heimreise – Meisterin» oder «Der Beobachter». Die Bezeichnungen stehen für konkrete Aufgaben, Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten im Arbeitsalltag.
Zusätzlich zur Diplomierung wurden auch langjährige Mitarbeitende mit Assistenzbedarf geehrt. Beispielsweise erhielt Benedikt in diesem Jahr eine Rose für 30 Jahre Tätigkeit am HPZ Schüpfheim.

Infobox: 50 Jahre Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim

- Gründung: 1975 als Sonderschule Sunnebüel
- Ursprung: hervorgegangen aus dem ehemaligen Kinderasyl im Entlebucherhaus
- Schwerpunkte: Lernen, Wohnen, Arbeiten und Betreuung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und einem hohen Betreuungs-, Entlastungs- und komplexen Pflegebedarf.
- Heute: 365-Tage-Institution mit Angeboten vom Vorschul- bis zum Erwachsenenbereich an den Standorten Schüpfheim und Wolhusen
Eben doch nicht selbstverständliche Leistungen
Die Diplomierungen sind Teil eines Verständnisses von Lernen und Arbeiten, das am HPZ Schüpfheim über formale Bildungswege hinausgeht. Entwicklung wird dabei nicht als abgeschlossene Phase betrachtet, sondern als lebenslanger Prozess, der Lernen, Arbeiten und persönliche Verantwortung miteinander verbindet. Die Auszeichnungen machen Leistungen sichtbar, die im Alltag oft selbstverständlich erscheinen, und geben individueller Entwicklung einen Rahmen. So werden Fähigkeiten, Engagement und Selbstständigkeit gewürdigt.
Weitere Informationen rund um die Heilpädagogik im Kanton Luzern

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