Text: Blogredaktion
Vorschaubild: Christina Renggli
Von Super Mario über Sommergewitter bis hin zur Frage, was Lernen eigentlich bedeutet: An den acht Luzerner Kantonsschulen, an der Maturitätsschule für Erwachsene und am Gymnasium St. Klemens boten die Maturafeiern 2026 weit mehr als Zeugnisübergaben. Unser Überblick zeigt besondere Momente des Abschieds und Aufbruchs.
In Kürze:
- 910 Schülerinnen und Schüler haben 2026 die Matura bestanden, das sind 45 mehr als im letzten Jahr.
- Die Bestehensquote lag bei 96,9 %.
- 59 % der Maturandinnen und Maturanden sind weiblich, 41 % männlich.
- Ein grosser Dank geht an alle Lehrpersonen, Expertinnen und Experten sowie an die Schulleitungen, Schulsekretariate und die Maturitätskommission, die auch dieses Jahr erfolgreiche Maturaprüfungen möglich gemacht haben.
Kanti Alpenquai: Ausgezeichnete Abschlüsse
An der Kantonsschule Alpenquai - der grössten Kantonsschule der Zentralschweiz - durften insgesamt 243 Schülerinnen und Schüler an drei Maturafeiern ihr Zeugnis entgegennehmen. Neben der Zeugnisübergabe standen auch die herausragenden schulischen Leistungen von drei Schülerinnen im Fokus:
Den besten Abschluss des Jahrgangs erreichte Joline Hubmann mit einem Notendurchschnitt von 5.79. Dafür wurde sie mit dem Dr.-Robert-Huber-Klinik-St.-Anna-Preis ausgezeichnet. Den zweiten Rang belegten Luana Kronenberg und Anna Lötscher, beide mit einem Durchschnitt von 5.75.


Kanti Beromünster: «Ain’t no way» – und doch geschafft
Unter dem Motto «Ain’t no way» feierte die Kantonsschule Beromünster ihren Maturajahrgang 2026, einen Jahrgang, dessen Schulzeit mitten in der Corona-Pandemie begann. Was mit Unsicherheit, Distanzunterricht und ungewohnten Bedingungen startete, endete sechs Jahre später in einem erfolgreichen Maturaabschluss. Dieses Spannungsfeld griff Maturandin Lia Zangger in ihrer Rede auf und erinnerte an den gemeinsamen Weg des Jahrgangs. Besonders ausgezeichnet wurden Lina Dürig, Flavio Nauer und Lara Willimann, die die besten Maturazeugnisse erzielten.
Kanti Musegg: Ein Kompass fürs Leben

146 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Musegg feierten im MaiHof Luzern ihren Maturaabschluss. In seiner Festrede blickte Christian Hodel, ehemaliger Musegg-Schüler und heutiger Kommunikationsleiter der Staatskanzlei Luzern, auf die prägende Kraft der Schulzeit zurück. Er beschrieb die Schulzeit als Kompass fürs Leben, nicht nur durch Wissen und Kompetenzen, sondern vor allem durch die Menschen, die einen begleiten. Sein Fazit: Der grösste Gewinn der Schulzeit sind oft nicht Zeugnisse oder Noten, sondern die Beziehungen.

Kanti Reussbühl: Level completed

Unter dem Motto «Level Completed!» feierte die Kantonsschule Reussbühl dieses Jahr erstmals zwei Maturafeiern. Das Gaming-Thema zog sich durch den ganzen Anlass und Rektorin Annette Studer zeigte sich in ihrer Eröffnungsrede passend zum Motto im Super-Mario-Kostüm. Bildungs- und Kulturdirektor Armin Hartmann sowie der Luzerner Dramaturg Béla Rothenbühler sorgten mit ihren Festreden für zusätzliche Höhepunkte, während Maturandin Emylou Johann mit humorvollen Anekdoten aus dem Schulalltag persönliche Akzente setzte.


Kanti Schüpfheim: Mit Kopf und Herz

30 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Schüpfheim / Gymnasium Plus durften an der Maturafeier 2026 ihr Maturitätszeugnis entgegennehmen. Im Rahmen des 20-Jahr-Jubiläums richtete Gründungsrektor Heinrich Felder eine prägende Festrede an die Absolventinnen und Absolventen. Seine Botschaft ging über schulische Leistung hinaus: Entscheidend seien nicht nur Wissen und Intelligenz, sondern auch Haltung und Menschlichkeit. Mit den Worten «Ein kluger Kopf, gepaart mit einem empathischen Herzen und anständigen Umgangsformen ist die absolute Premium-Kombination, die diese Welt am dringendsten braucht» gab er den Maturae und Maturi einen eindrücklichen Leitgedanken für ihren weiteren Weg mit.


Die Zahlen zur Matura 2026
- Im Schuljahr 2025/26 haben 910 Luzerner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten an den acht Luzerner Kantonsschulen, an der Maturitätsschule für Erwachsene (MSE) sowie am Gymnasium St. Klemens die Matura bestanden. Das sind 45 mehr als im vergangenen Schuljahr.
- Die Bestehensquote liegt dieses Jahr bei 96,9 Prozent und bewegt sich damit auf dem Niveau der letzten Jahre. 59 Prozent der Absolventinnen und Absolventen sind weiblich, 41 Prozent männlich. Insgesamt haben 29 Personen die Abschlussprüfung nicht bestanden.
- Am häufigsten wurde das Schwerpunktfach «Wirtschaft und Recht» gewählt: 24 Prozent der erfolgreichen Maturandinnen und Maturanden entschieden sich dafür. Bei den männlichen Maturanden war «Wirtschaft und Recht» mit 35 Prozent erneut die beliebteste Wahl, gefolgt von «Biologie und Chemie» (21 %) sowie «Physik und Anwendungen der Mathematik» (18 %). Bei den weiblichen Maturandinnen war 2026 erstmals «Biologie und Chemie» das meistgewählte Schwerpunktfach (22 %). Auf dem zweiten Rang lagen «Wirtschaft und Recht», «Philosophie, Pädagogik und Psychologie» sowie «Bildnerisches Gestalten» mit jeweils 15 Prozent.
- Am seltensten wurde das Schwerpunktfach «Latein» gewählt (2 %). Die übrigen Schwerpunktfächer lagen zwischen 5 und 12 Prozent.
- Die Maturaprüfungen verliefen insgesamt ohne nennenswerte Zwischenfälle.
- Herzlichen Dank an alle Lehrpersonen, Expertinnen und Experten, Schulleitungen, Schulsekretariate sowie an die Maturitätskommission für ihren grossen Einsatz und ihre wertvolle Arbeit.
Kanti Seetal: Zwischen Wetterumschwung und Wendepunkt
Während draussen ein Sommergewitter über Hochdorf zog, feierte die Kantonsschule Seetal in der Braui Seetal ihre Absolventinnen und Absolventen: 52 Maturitätszeugnisse, elf Fachmittelschulausweise und drei Fachmaturitätsausweise im Profil Musik wurden überreicht. Bildungsdirektor Armin Hartmann verglich in seiner Festrede die Bildungslaufbahn mit einem Buch, dem jede und jeder einen eigenen Titel geben könne. Als sich die Wolken verzogen, öffneten sich auch die Türen zum Apéro, passend zum Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt.
Kanti Sursee: Bestnoten zum Abschluss
An zwei Maturafeiern ehrte die Kantonsschule Sursee ihre Absolventinnen und Absolventen. Neben den Festreden stand insbesondere die Würdigung der besten Abschlüsse im Mittelpunkt. Mit einem Notendurchschnitt von 5.64 erzielten Ladina Heller und Magda Rosenkranz die Bestnote des Jahrgangs. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Elias Künzli mit 5.54 sowie Mikael Jan Müller mit 5.46. Impulse zum lebenslangen Lernen setzte der ehemalige Schüler Justin Frei, der in seiner Rede den Wandel vom Lernen als Pflicht hin zum Lernen aus persönlichem Interesse thematisierte.
Kanti Willisau: Mit Begeisterung in die Zukunft
78 Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Willisau durften ihr Maturazeugnis in einer stimmungsvollen Feier entgegennehmen. Für einen rockigen Auftakt sorgte das Schwerpunktfach Musik der 6. Klasse, bevor Vera Emmenegger und Manou Portmann mit humorvollen Anekdoten auf ihre gemeinsame Kanti-Zeit zurückblickten. In seiner Festrede erklärte Lehrer Simon Muff, weshalb Begeisterung «immer die Wahrheit sagt» und damit weit mehr als Motivation ist.
Maturitätsschule für Erwachsene MSE:

14 Absolventinnen und Absolventen der Maturitätsschule für Erwachsene durften in der Aula der Kantonsschule Reussbühl ihren Abschluss feiern.
Schulleiter Luigi Brovelli würdigte insbesondere den Mut und die Ausdauer, die für eine gymnasiale Matura auf dem zweiten Bildungsweg erforderlich sind. Die ehemalige Absolventin Jennifer De Biasio zeigte in ihrer Festrede eindrücklich, wie nachhaltig diese Bildungsphase wirkt. Besonders berührend waren persönliche Dankesworte der Klasse an ihre Lehrpersonen.

Gymnasium St. Klemens: Ein Soundtrack fürs Leben
Am Gymnasium St. Klemens in Ebikon erhielten 43 Maturandinnen und Maturanden ihr Maturazeugnis. Die Schulleitung gab den Absolventinnen und Absolventen symbolisch mit Botschaften aus Songs von ABBA, den Beatles, Bob Dylan und Queen einen musikalischen Soundtrack für ihren weiteren Weg mit.
Neben den Abschlusszeugnissen wurden auch besondere Leistungen gewürdigt: Charlie Crouch erhielt die Auszeichnung für die beste Maturaarbeit zum Thema «When Facts Fail – Lessons from the 2024 Southport Riots on understanding and preventing misinformation». Für ihr soziales Engagement wurden zudem Celia Spahr und Nils Gresch mit dem Pallottipreis ausgezeichnet, überreicht durch Provinzial Pater Andy Givel.
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