Interview: Vera Bergen
Vorschaubild: Stiftung Rigi Historic
Mit Geldern aus dem Lotteriefonds fördert der Kanton Luzern kulturelle und gemeinnützige Projekte im ganzen Kantonsgebiet. Die Serie «BKD behind the scenes» zeigt anhand konkreter Beispiele, wie diese Beiträge eingesetzt werden und welche Projekte dadurch ermöglicht oder mitfinanziert werden. In dieser Folge berichtet die Stiftung «Rigi Historic», wie der Lotteriefonds zur Realisierung des Projekts «Mythos Lok 7» auf Rigi Kulm beigetragen hat.
In Kürze:
- Der Kanton Luzern unterstützt kulturelle und gemeinnützige Projekte mit Geldern aus dem Lotteriefonds. Die Gelder stammen aus dem Reingewinn von Swisslos.
- Die Stiftung «Rigi Historic» erhielt für das Projekt «Mythos Lok 7» 2025 einen Beitrag von 15’000 Franken.
- Mit dem Beitrag konnte die historische Lok 7 dauerhaft für Besucherinnen und Besucher auf Rigi-Kulm zugänglich gemacht werden.
- Laut Stiftung «Rigi Historic» verlief die Zusammenarbeit mit dem Kanton Luzern unkompliziert und transparent.

Zita Röösli-Ineichen, was ist die Stiftung «Rigi Historic»?
Rigi Historic sammelt Mittel, um historische Fahrzeuge und Bauten der Rigi Bahnen zu erhalten. Die Stiftung sorgt dafür, dass Originalfahrzeuge aus dem 19. Jahrhundert betriebsfähig bleiben und das technische Wissen rund um die Zahnradbahnen weitergegeben wird. Mit der Unterstützung von Gönnerinnen, Gönnern und Partnern bleibt die Geschichte der ersten Bergbahn Europas lebendig – sichtbar, fahrbar und erfahrbar für kommende Generationen.
Das Projekt «Mythos Lok 7» von Rigi Historic wurde im vergangenen Jahr mit Geldern aus dem Lotteriefonds unterstützt. Worum geht es bei diesem Projekt?
Beim Projekt «Mythos Lok 7» machen die Rigi Bahnen an 365 Tagen im Jahr die historische Lok Nr. 7 für alle Interessierten in einem Ausstellungsraum auf Rigi Kulm an 365 Tagen im Jahr zugänglich. Mit der Ausstellung konnten wir erstmals ein Projekt realisieren, das unser Tun jederzeit auf der Rigi sicht- und erlebbar macht. Die historischen Fahrzeuge, die wir finanziell unterstützen, stehen zwar regelmässig im Einsatz, können aber nicht täglich auf den Strecken unterwegs sein. Umso wertvoller ist es, dass wir dieses Projekt partnerschaftlich mit den Rigi Bahnen und dem Verkehrshaus der Schweiz umsetzen konnten.
Was macht die Lok 7 historisch und technisch so besonders?
Die Lok Nr. 7 ist die erste Dampflok, die von der schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur gebaut wurde und sie ist weltweit die einzige betriebsfähige Zahnradlokomotive mit stehendem Kessel. Dank der Dr. Ernst Dübi‑Stiftung und des Verkehrshauses der Schweiz blieb sie bis heute erhalten. Sie ist Teil der nationalen Mobilitätssammlung und als Leihgabe bei den Rigi Bahnen sowohl in der Ausstellung als auch auf der Strecke unterwegs.

Wieso hat die Stiftung «Rigi Historic» für dieses Projekt Gelder aus dem Lotteriefonds beantragt?
Es handelt sich um das mit Abstand grösste Projekt, das wir bisher realisiert haben. Die Finanzierung konnte nicht allein durch unsere zahlreichen bestehenden Gönnerinnen und Gönner getragen werden. Deshalb haben wir den Kontakt zu weiteren Stiftungen gesucht und u.a. einen Projektbeitrag bei den Lotteriefonds des Kantons Luzern beantragt. Dank der Unterstützung des Lotteriefonds des Kantons Luzern in der Höhe von 15'000 Franken sowie verschiedener Stiftungen und zahlreicher privater Gönnerinnen und Gönner konnte das Ziel, die Lok‑Inszenierung zu finanzieren, zu grossen Teilen erreicht werden. Die Zusammenarbeit mit dem Kanton Luzern war unkompliziert, transparent und zielorientiert.
Was erleben Besucherinnen und Besucher im Ausstellungsraum auf Rigi Kulm?
Seit der Eröffnung vom 1. April 2026 tauchen die Besucherinnen und Besucher in die reichhaltige Pioniergeschichte der Rigi ein. Die Lok 7 als Zeitzeugin dieser Geschichte kann aus nächster Nähe betrachtet werden und macht die technische Entwicklung der Zahnradbahnen unmittelbar erlebbar. Die Ausstellung schafft einen Ort, an dem Geschichte, Technik und Emotionen zusammenkommen und die Bedeutung der Rigi für die Region eindrücklich sichtbar wird.
Welche Bedeutung hat die Rigi für die Schweizer und Luzerner Verkehrs- und Kulturgeschichte?
Die Erschliessung der Rigi ist ein Meilenstein der Schweizer Verkehrsgeschichte: Ab Vitznau fuhr hier die erste Bergbahn Europas – ein technisches Pionierwerk, das den alpinen Tourismus und die Mobilität nachhaltig prägte. Ebenso wegweisend war die durchgehende Anreise von Luzern: Die Fahrt mit dem Dampfschiff über den Vierwaldstättersee und der direkte Umstieg auf die Bergbahn gehörten zu den ersten vollständig vernetzten Reiseketten der Schweiz. Diese Kombination machte die Rigi früh zu einem international beachteten Reiseziel und trug wesentlich zur touristischen Entwicklung der Region Luzern bei. Auch kulturell ist die Rigi prägend: Sie zählt zu den ersten touristischen Reisezielen der Schweiz und inspirierte Persönlichkeiten wie William Turner, Mark Twain, Queen Victoria oder Goethe. Bis heute ist sie ein Identifikationsberg und eng mit der Geschichte und Identität des Kantons Luzern verbunden.

Wie trägt das Projekt zur kulturellen Identität der Region Luzern bei?
«Mythos Lok 7» macht ein Stück regionaler Identität dauerhaft sichtbar. Die Ausstellung zeigt, wie eng die Rigi mit der Geschichte des Kantons Luzern verbunden ist – als technisches Pionierwerk, als touristischer Anziehungspunkt und als Symbol für die frühe Erschliessung der Alpen.
Was wünschen Sie sich, dass Besucherinnen und Besucher nach einem Besuch von «Mythos Lok 7» mit nach Hause nehmen?
Die Gäste sollen niederschwellig in die Pioniergeschichte der Rigi eintauchen und besser verstehen, welch tourismus- und kulturhistorisch bedeutenden Ort sie besuchen. Die Lok 7 ist ein lebendiger Zeitzeuge dieser Geschichte und macht die vermittelten Informationen greifbar und real verständlich.
Weitere Informationen rund um den Lotteriefonds des Kantons Luzern



Kommentar schreiben