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Lehrabschlüsse 2026: Vom Action-Thriller zum Happy End

Text: Blogredaktion

Vorschaubild: Natalie Boo / AURA

Der erfolgreiche Lehrabschluss markiert für viele junge Berufsleute den Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben. An den Lehrabschlussfeiern der Luzerner Berufsfachschulen wurden in den vergangenen Tagen nicht nur Diplome überreicht, sondern auch aussergewöhnliche Leistungen, persönliches Engagement und eindrückliche Ausbildungswege gewürdigt. Zwischen bewegenden Abschiedsreden, humorvollen Rückblicken und stolzen Familien standen vor allem jene Menschen im Mittelpunkt, die mit ihrem Abschluss den Grundstein für ihre berufliche Zukunft gelegt haben.


In Kürze:

  • 3655 Lernende im Kanton Luzern haben 2026 ihre Lehre erfolgreich abgeschlossen. Die Erfolgsquote beträgt 94,1 Prozent.
  • 342 Absolventinnen und Absolventen wurden für besonders gute Leistungen mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet.
  • 723 Berufsmaturitätszeugnisse wurden vergeben. Damit steht den Absolventinnen und Absolventen der Weg an eine Fachhochschule offen.
  • Mehrere Schulen feierten aussergewöhnliche Bestleistungen, darunter die Bestnote 6,0 bei den Landwirtinnen und Landwirten am BBZN Hohenrain.
  • Rund 3800 Prüfungsexpertinnen und -experten sorgten mit über 120'000 Arbeitsstunden für einen reibungslosen Ablauf der Qualifikationsverfahren.

BBZB: Mut, Momentum und ein bisschen «Mamma Mia» bei den Berufsmaturitäts-Feiern

Am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe BBZB feierten Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden auf ganz unterschiedlichen Bildungswegen ihren erfolgreichen Abschluss. Ob im relativ jungen BM-SEK+-Modell, berufsbegleitend neben dem Arbeitsalltag oder im Vollzeitlehrgang: Alle Absolventinnen und Absolventen bewiesen Ausdauer, Leistungsbereitschaft und den Mut, anspruchsvolle Wege zu gehen.

Den Auftakt in die Abschlussfeiern machte die BM-SEK+-Klasse unter dem Motto «Not Ordinary». Gefeiert wurde der zweite Jahrgang des besonderen Ausbildungsmodells, bei dem die Lernenden bereits während der dritten Sekundarschule mit der Berufsmaturität beginnen und diese anschliessend lehrbegleitend fortsetzen. Rektorin Miriam Huwiler würdigte den Mut der Absolventinnen und Absolventen, sich früh für diesen anspruchsvollen Weg entschieden zu haben. Jérôme Martinu, Direktor des KMU- und Gewerbeverbands Kanton Luzern, griff das Motto auf und betonte, dass «Not Ordinary» weit mehr als ein Titel sei. Denn aussergewöhnliche Leistungen entstünden dort, wo Menschen bewusst neue Wege einschlagen würden. 


Die berufsbegleitenden Berufsmaturitätsabschlüsse wurden unter dem Motto «Momentum» gefeiert. Während zwei Jahren vereinbarten die 30 Absolventinnen und Absolventen Beruf, Schule und Privatleben erfolgreich miteinander. Daniel Preckel, Leiter der Luzerner Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, brachte diesen besonderen Moment auf den Punkt: «Heute steht die Welt für einen Moment still, bevor Ihr Momentum Sie weiterträgt». Als beste Absolventin wurde Amélie Estelle Dieplinger mit der hervorragenden Note 5,7 ausgezeichnet.

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Die beiden Klassen, die die Berufsmaturität berufsbegleitend abgeschlossen haben,...(Bild: Clara Neugebauer)
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...feiern ihr Momentum. (Bild: Clara Neugebauer)

Den Abschluss bildete die Feier der erfolgreichen Vollzeit-Berufsmaturandinnen und -maturanden mit 119 Absolventinnen und Absolventen aus sieben Klassen der BM Gestaltung und Kunst sowie Technik, Architektur und Life Sciences. Unter dem selbstgewählten, augenzwinkernden Motto «Mamma Mia – Here we never go again» verabschiedeten sie sich mit viel Humor vom Schulalltag. Lea Gnos, Leiterin der Schulischen Bildung der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern, gab in ihrer Rede jedem Schülerin und jedem Schüler der Abschlussklassen drei ABBA‑inspirierte Tipps mit auf den Weg: «Take a chance on you», «Money, money, money – isch nid alles» und «The winner takes it all – und ihr alli sind d’winners».


BBZB: Hoch hinaus als Netzelektriker

Hoch über den Dächern Luzerns konnten 18 Netzelektriker auf dem Dachgarten des BBZB ihre eidgenössischen Fähigkeitszeugnisse entgegen nehmen. Die Festansprache gestaltete Dr. Armin Hartmann, Regierungsrat und Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern. Dabei griff er den Vergleich der Bildungskarriere passenderweise mit dem Bau einer Stromleitung auf, in welcher verschiedene Kabeltypen mal geradlinig und mal im zick-zack auf den Berg gebaut werden.

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Die frisch diplomierten Netzelektriker auf dem Dach des BBZB. (Bild: Foto Gabriel Ammon / AURA)
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Bildungs- und Kulturdirektor Armin Hartmann verglich in seiner Rede die Bildungskarriere passenderweise mit dem Bau einer Stromleitung, die mal geradlinig und mal im zick-zack zum Ziel verlaufen kann. (Bild: Gabriel Ammon / AURA)

BBZN Hohenrain: «Man kann nur ernten, was gesät wurde»

46 junge Berufsleute feierten am Standort Hohenrain des Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung BBZN ihren erfolgreichen Abschluss in der Landwirtschaft. Rektor Renato Isella verglich in seiner Rede den Berufseinstieg mit dem Lehrfahrausweis: «Nach dem Erhalt des Ausweises sammeln Junglenkende in den ersten Jahren wichtige Erfahrungen und gewinnen Schritt für Schritt Routine und Sicherheit. Genauso beginnt mit dem Diplom der Weg in den Beruf als Landwirtin, Landwirt oder Agrarpraktiker – auch hier fällt kein Meister vom Himmel». 

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Alle Absolventinnen und Absolventen Landwirt/in EFZ und Agrarpraktiker/in EBA mit einer Ehrenurkunde. Kilian Jans, der mit Bestnote 6,0 abgeschlossen hat, steht mit der Treichel in der Mitte unten. (Bild: Natalie Boo)

Besonders persönlich wurde die Feier, als die frisch diplomierten Daniel Anderhub, Jeremy Bucheli und Marina Niederberger auf ihre Ausbildungszeit zurückblickten. Die Verbundenheit mit der Natur und die Arbeit mit Tieren hätten sie während der gesamten Ausbildung motiviert. Nun freuten sie sich darauf, ihren Weg in der Landwirtschaft weiterzugehen und ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen, sei es auf dem elterlichen Betrieb oder später auf einem eigenen Hof. Marina Niederberger brachte es zum Abschluss treffend auf den Punkt: «Man kann nur ernten, was gesät wurde».

 

Die Bestnote des gesamten Jahrgangs erzielte Kilian Jans aus Root mit der Note 6,0 und durfte dafür die traditionelle Treichel entgegennehmen, eine Auszeichnung mit besonderem Symbolwert in der Landwirtschaft. 


BBZN Schüpfheim Landwirtschaft: Die Ernte harter Arbeit

Am Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung BBZN Standort Schüpfheim gab es gleich mehrere Gründe zum Feiern: 68 Landwirtinnen und Landwirte erhielten ihr Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, zwölf weitere Berufsleute schlossen die Berufsmaturität erfolgreich ab. Zudem wurde bereits zum fünften Mal die Zentralschweizer Bioklasse erfolgreich abgeschlossen. Mit der Feier schlossen in diesem Bereich zehn Lernende ihre Ausbildung als Landwirtin oder Landwirt EFZ mit Schwerpunkt Biolandbau ab. Ilona Niederberger und Tamara Steinmann erzielten mit der Note 5,7 die besten EFZ-Abschlüsse des Jahrgangs. In der Nachholbildung überzeugte Stephan Stalder mit der Note 5,8.

12 Personen schafften am BBZN Schüpfheim den Abschluss der Berufsmaturität Natur, Landschaft und Lebensmittel. (Bild: Gabriel Ammon / AURA)
12 Personen schafften am BBZN Schüpfheim den Abschluss der Berufsmaturität Natur, Landschaft und Lebensmittel. (Bild: Gabriel Ammon / AURA)

Auch die Berufsmaturität Natur, Landschaft und Lebensmittel, die in der Zentralschweiz ausschliesslich in Schüpfheim angeboten wird, brachte erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen hervor. Der einjährige Vollzeitlehrgang richtet sich an Berufsleute mit abgeschlossener Lehre und ermöglicht den Zugang zu einem Studium an einer Fachhochschule. Zwölf Berufsleute erlangten die Berufsmaturität Natur, Landschaft und Lebensmittel. 


BBZN Sursee Milchwirtschaft: Action-Thriller mit Happy End

«Die dreijährige Grundbildung war kein gemütlicher Liebesroman, sondern ein echter Action-Thriller». Mit diesem augenzwinkernden Vergleich brachte Bruno Bühler, Präsident der Fachkommission Milchtechnologen Zentralschweiz, die Ausbildungszeit der Absolventinnen und Absolventen der Milchwirtschaft auf den Punkt. An der Abschlussfeier in der Tuchlaube des Rathauses Sursee durften 16 Milchtechnologinnen und Milchtechnologen ihr Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis EFZ und drei Milchpraktiker ihr Eidgenössisches Berufsattest EBA entgegen nehmen. Gleichzeitig erreichten 19 Teilnehmende des Vorbereitungskurses der Höheren Berufsbildung die Zulassung zur Eidgenössischen Berufsprüfung. Mehrere Absolventinnen und Absolventen wurden zudem für hervorragende Leistungen ausgezeichnet: Manuel Graber erzielte mit der Note 5,7 das beste EFZ-Ergebnis, während Joel Meier bei den Milchpraktikern EBA mit der Note 5,4 die Spitzenleistung erreichte.  


BBZN Sursee: Hauswirtschaft mit Herz und Humor

Theode Bertia Anthonypillai und Samuel Gomes Oliveira auf Buehne
Theode Bertia Anthonypillai und Samuel Gomes Oliveira sorgten mit dem Absolventen-Rückblick für Lacher im Publikum. (Bild: Natalie Boo)

An der diesjährigen Abschlussfeier des Bereichs Hotellerie-Hauswirtschaft am Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung BBZN in Sursee endete ein Kapitel und zugleich begann ein neues: Erstmals erhielten Praktikerinnen und Praktiker ihren Abschluss im neuen Berufsfeld Hotellerie-Hauswirtschaft, gleichzeitig wurde letztmals das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ als Fachfrau beziehungsweise Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft verliehen. Ebenfalls wurden die erfolgreichen Fachfrauen und Fachmänner Hauswirtschaft EZF geehrt. 


Rektor Renato Isella hob in seiner Ansprache die kulturelle Vielfalt des Jahrgangs hervor: Die Lernenden stammten aus 29 Nationen und brachten dadurch unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven in den Unterricht ein. Für einen emotionalen Höhepunkt sorgten die Absolventen Theode Bertia Anthonypillai und Samuel Gomes Oliveira. Mit viel Charme blickten sie auf ihre Lehrzeit zurück und erzählten von unvergesslichen Unterrichtsmomenten. Besonders die scherzhafte Diskussion darüber, ob grosse Bizeps eher vom Fitnessstudio oder doch von der Gartenarbeit zuhause stammen, sorgte im Publikum für herzhaftes Lachen.

BBZN Sursee Gartenbau & Floristik: Ein Hoch auf die grünen Berufe

Mit dem Lied «Ein Hoch auf euch» wurden die Absolventinnen und Absolventen des Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung BBZN im Bereich Gartenbau und Floristik an ihrer Lehrabschlussfeier empfangen. Ein passender Auftakt für einen Feier, an dem ihre Leistungen im Mittelpunkt standen.

Rektor Renato Isella hob in seiner Ansprache die Bedeutung der grünen Berufe hervor. Gärtnerinnen, Gärtner und Floristinnen leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Biodiversität und einer nachhaltigen Gestaltung des Lebensraums. Gleichzeitig schaffen sie mit Pflanzen, Gärten und Blumen täglich Lebensqualität und Freude. 

BBZW: Drei Standorte feiern Erfolge

An den Standorten Sursee, Willisau und Emmen feierte das Berufsbildungszentrum Wirtschaft, Informatik und Technik BBZW den erfolgreichen Abschluss von mehreren hundert Absolventinnen und Absolventen. Ob Kaufleute, Informatikerinnen und Informatiker, ICT-Fachleute, Multimediaelektronikerinnen und Multimediaelektroniker, Logistikerinnen und Logistiker oder Berufsleute aus Gewerbe und Technik: Sie alle durften ihre Fähigkeits- und Berufsmaturitätszeugnisse entgegennehmen. Insgesamt wurden an den drei Standorten 117 Ehrenmeldungen für hervorragende Leistungen vergeben.

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Die Gewinner des HSLU-Preises: (v.l.n.r). Tobias Käch, Fachbereichsleiter Berufsmaturität, Kian Vaidya, Davide Ianilli, Philip Stucki, Livio Pinti mit Sabine Sulzer, Vizedirektorin Hochschule Luzern – Technik & Architektur. (Bild: AURA)

Für besondere Momente sorgten an allen Feiern die persönlichen Ansprachen und festlichen Rahmenprogramme. In Sursee ermutigte Regierungsrat Fabian Peter die jungen Berufsleute: «Bleiben Sie neugierig, übernehmen Sie Verantwortung und haben Sie den Mut, neue Herausforderungen anzunehmen». In Willisau schritten die Absolventinnen und Absolventen der letzten Feier über den roten Teppich zu ihren Diplomen, während besonders erfolgreiche Schreinerinnen und Schreiner symbolisch mit einem Hobel oder einer Säge ausgezeichnet wurden. 

 

In Emmen feierten rund 400 Lernende ihren Abschluss im Le Théâtre in Emmenbrücke. Ein besonderer Höhepunkt war der Technische Sonderpreis der Hochschule Luzern – Technik & Architektur für die Berufsmaturitätsarbeit «Ionenwind – Der Drohnenantrieb der Zukunft». Für die besten Abschlussnoten  am BBZW wurden Niko Wiesendanger und Lukas Treichler mit einem Notendurchschnitt von 5,7 ausgezeichnet. 


FMZ: Bereit für den nächsten Schritt

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Nach der Feier folgt das grosse Posieren: Die Erfolge sollen natürlich fürs Album festgehalten werden. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)

Im Kultur- und Kongresszentrum Luzern feierte das Fach- und Wirtschaftsmittelschulzentrum FMZ den erfolgreichen Abschluss von 291 Absolventinnen und Absolventen. Darunter waren 20 Informatikerinnen und Informatiker, 47 Kauffrauen und Kaufmänner sowie 24 Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit, die nach dem einjährigen Praktikum ihr Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis und die Berufsmaturität erhielten. Weitere 145 Berufsleute schlossen die Berufsmaturität Gesundheit und Soziales erfolgreich ab. In seiner Festansprache ermutigte Daniel Preckel die jungen Berufsleute, die Chancen einer sich wandelnden Welt zu nutzen und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Die langjährige Lehrperson Doris Merki verglich den Abschluss mit einer Passhöhe: Nach dem Blick zurück richte sich der Blick nun auf neue Wege. Für ihre hervorragenden Leistungen wurden 13 Absolventinnen und Absolventen mit einer Ehrenmeldung ausgezeichnet.



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