Text: Anita Lustenberger
Vorschaubild: Anita Lustenberger
Menschen willkommen heissen, für Wohlbefinden sorgen und täglich Verantwortung übernehmen: Die Berufe in der Hotellerie-Hauswirtschaft verbinden Organisationstalent und den Umgang mit Menschen. Am Berufsbildungszentrum Natur & Ernährung BBZN in Sursee zeigt sich, wie vielfältig und zukunftsorientiert dieses Berufsfeld geworden ist. Gabriela Perner, Prorektorin und Leiterin des Berufsfelds Hotellerie-Hauswirtschaft, spricht über moderne Ausbildungswege, internationale Klassen und darüber, weshalb sich der Beruf weit mehr gewandelt hat als sein Name vermuten lässt.
In Kürze:
- Die Berufe Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ und EBA haben gute Zukunftschancen und verbinden praktische Arbeit mit dem Umgang mit Menschen.
- Das Berufsbildungszentrum Natur & Ernährung BBZN in Sursee bietet Ausbildungen für Jugendliche und Erwachsene sowie Nachholbildungen für einen Berufsabschluss.
- Rund 240 Lernende aus 29 verschiedenen Nationen besuchen den Unterricht im Berufsfeld Hotellerie-Hauswirtschaft.
- Lernende können zwischen den Schwerpunkten «Hotellerie» oder «Hauswirtschaft» wählen.
- Erwachsene mit Berufserfahrung können den EFZ-Abschluss über eine zweijährige Nachholbildung nach Art. 32 erwerben.

Gabriela Perner, Sie sind Prorektorin am BBZN und leiten das Berufsfeld Hotellerie-Hauswirtschaft. Wieso ist Ihre Leidenschaft für diesen Fachbereich so gross?
Fachfrau und Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ sowie Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA sind Berufe mit Zukunft. Sich um andere Menschen zu kümmern, bereitet Freude und öffnet die Herzen.
Welche Angebote umfassen die Aus- und Weiterbildung?
Wir führen am Berufsbildungszentrum Natur & Ernährung BBZN in Sursee in Zusammenarbeit mit dem Verband CURAVIVA Zentralschweiz Bildung ZSB die schulische Berufsbildung für die Fachfrau/Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ und Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA. Die Angebote beinhalten die reguläre Grundbildung für Jugendliche und die modulare Nachholbildung für Erwachsene. Zusätzlich bieten wir für den ganzen Kanton Luzern einen berufsunabhängigen Modulkurs Allgemeinbildung für Erwachsene an (ABU-E), die einen Berufsabschluss nachholen.
Wo liegen die Herausforderungen im Bildungsalltag?
Beachtenswert ist, dass sich bei uns jede Woche 29 verschiedene Nationalitäten zur Aus- und Weiterbildung sowie Nachholbildung im Berufsfeld Hotellerie-Hauswirtschaft einfinden. Das kann sprachlich oder kulturell herausfordernd sein. Die Herkunftsländer werden von der Schweiz, Portugal, Eritrea und Kosovo angeführt. Wir unterrichten 240 Lernende in 14 Klassen – in Lektionen ausgedrückt sind es rund 3'760.
Einblicke in den Berufsalltag einer Fachfrau Hauswirtschaft EFZ
Ruzica Stojanovic befindet sich im Abschlussjahr ihrer EFZ-Ausbildung nach Art. 32 der Berufsbildungsverordnung. Ihre Aufgaben, zum Beispiel Gästeempfang, -betreuung und Service, erfordern Fachwissen. Der Beruf verlangt auch Sorgfalt und handwerkliches Geschick. Eine offene und einfühlsame Haltung im Umgang mit Menschen gehört zur Tagesordnung.
Weitere Informationen rund um die Ausbildung Fachfrau/Fachmann Hauswirtschaft EFZ (Nachholbildung nach Art. 32 BBV)
Der Beruf «Hotellerie-Hauswirtschaft» ist noch jung. Was ist anders?
Es handelt sich um ein ausgebautes Angebot und bildet einen wichtigen Schritt hin zu einem attraktiven Berufsfeld. Bereits seit Sommer 2024 bildet das BBZN die Berufe Fachfrau/Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft auf Stufe EFZ (3-jährig) und Praktikerin/Praktiker Hotellerie-Hauswirtschaft auf Stufe EBA (2-jährig) aus. Diese Ausbildungen lösen den Abschluss Fachfrau/Fachmann Hauswirtschaft ab. Die Attraktivitätssteigerung dieses Berufes macht stolz, denn Housekeeping hat sich stark gewandelt.
Können Schwerpunkte ausgewählt werden?
Ja. Die angehenden Berufsleute entscheiden sich zum Zeitpunkt des Lehrvertragsabschlusses über den Schwerpunkt, den sie in der Ausbildung stärken möchten. Zur Auswahl steht der Schwerpunkt «Hotellerie», wo sie die Aufgaben an der Reception (Check-in/Check-out in Englisch) erlernen oder «Hauswirtschaft», welche die Zubereitung einfacher Speisen beinhaltet.
Einblick in den Berufsalltag einer Praktikerin Hotellerie-Hauswirtschaft EBA
Melany Imboden ist angehende Praktikerin Hotellerie-Hauswirtschaft EBA und absolviert ihre Lehre in einem Betagtenzentrum. Ihre Tätigkeiten sind vielfältig und der tägliche Einsatz verlangt ein Auge für Sauberkeit und Ordnung. Eine wichtige Aufgabe ist auch das Wäsche instand stellen inklusive waschen, bügeln und falten. Bewohnende anerkennen diese Dienstleistung mit viel Freude.
Weitere Informationen rund um die Ausbildung Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA
Für wen ist der Abschluss nach Art. 32 (Nachholbildung) empfehlenswert?
Für Personen, die bereits in der Hotellerie-Hauswirtschaft tätig sind, bieten wir eine Nachholbildung an. Während zwei Jahren können die berufskundlichen Grundlagen für die Ausbildung zum EFZ-Abschluss erlangt werden. Dabei besuchen die Berufsleute einmal pro Woche den Schulunterricht. Die gesamte Nachholbildung umfasst vier Module. Diese stärken und festigen die Grundlagen für eine fachgerechte Umsetzung am Qualifikationsverfahren.
Weitere Informationen rund um die Ausbildung in Hotellerie-Hauswirtschaft und das BBZN
- Grundbildung im Bereich Hotellerie-Hauswirtschaft
- Weiterbildung als Fachfrau / Fachmann Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ (Art. 32)
- BBZN: Milch erlebt ein Comeback und die Ausbildung zieht mit




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