Text: Angela Kaufmann / Samuel Wegmann
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Wie viele Kinder und Jugendliche werden in Zukunft im Kanton Luzern zur Schule gehen? Die aktuellen Bildungsszenarien für den Kanton Luzern zeigen eine weiterhin dynamische Entwicklung der Lernendenzahlen. Während die Zahl der Kinder im Kindergarten vorübergehend zurückgeht, werden auf der Primar- sowie den Sekundarstufen bis 2039 teilweise neue Höchstwerte erwartet. Die Szenarien liefern damit wichtige Grundlagen für die Planung von Schulraum und Lehrpersonen.
In Kürze:
- Die Zahl der Lernenden im Kanton Luzern wird hauptsächlich durch die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst. Geburtenstarke Jahrgänge wirken sich zeitversetzt auf alle Schulstufen aus.
- Aktuell besuchen rund 9'000 Kinder den Kindergarten oder die Basisstufe. Nach einem vorübergehenden Rückgang wird bis 2039 wieder mit etwa gleich vielen Kindern gerechnet.
- Auf der Primar- sowie auf der Sekundarstufe I werden in den nächsten Jahren steigende Lernendenzahlen erwartet. Auf der Sekundarstufe I könnte bis 2032 ein neuer Höchststand erreicht werden.
- In der beruflichen Grundbildung auf der Sekundarstufe II wird bis 2035 ein Anstieg von heute rund 15'000 auf etwa 18'000 Lernende erwartet.
- Die Bildungsszenarien von LUSTAT unterstützen Kanton und Gemeinden bei der Planung von Schulraum und Lehrpersonen. Sie werden regelmässig aktualisiert und an neue Entwicklungen angepasst.
Die zukünftige Zahl der Lernenden ist hauptsächlich durch die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst. Wenn viele Kinder eingeschult werden, so wachsen danach mit zeitlichem Abstand über alle Schulstufen die Lernendenzahlen. Im Kanton Luzern ist das seit rund 15 Jahren zu beobachten. Nebst den demografischen Entwicklungen haben auch strukturelle Veränderungen im Bildungssystem einen Einfluss auf die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler.
Im Kanton Luzern hat die Einschulung geburtenstarker Jahrgänge ab dem Schuljahr 2010/11 dazu geführt, dass die Zahl der Kinder in der Kindergartenstufe angestiegen ist. Die Zunahme hat sich danach mit entsprechenden zeitlichen Abständen über die weiteren Schulstufen fortgesetzt. Seit 2024/25 treten nun wieder weniger Kinder in die Kindergartenstufe ein, auf den höheren Schulstufen nimmt die Zahl der Lernenden jedoch vorläufig weiter zu.

Unsichere Szenarien bei Berufsbildung

Derzeit zählt die Kindergarten- und Basisstufe rund 9'000 Kinder. Es wird davon ausgegangen, dass nach wenigen Jahren mit rückläufigen Zahlen bis 2039 wiederum etwa 9'000 Kinder diese Stufe besuchen werden. Die Zahl der Kinder auf dieser Stufe ist zudem davon beeinflusst, ob ein freiwilliges Kindergarten- oder Basisstufenjahr besucht wird oder nicht.
Die Primarschulen zählen heute rund 26'000 Schülerinnen und Schüler. Hier wird nach dem Schuljahr 2029/30 ein Rückgang erwartet, bevor die Lernendenzahl bis 2039 voraussichtlich auf 27'000 Kinder ansteigen wird.
Auf der Sekundarstufe I (inkl. den 1.–3. Klassen des Langzeitgymnasium bzw. der 1. Klasse des Kurzzeitgymnasiums) werden zurzeit rund 13'000 Lernende unterrichtet. Hier wird bis 2032 ein Höchstwert von rund 15'000 Lernenden erwartet. Vor allem im Raum Sursee wird aufgrund von Zuzügen bildungsnaher Familien mit einer Zunahme der Übertritte ins Gymnasium gerechnet.
Die berufliche Grundbildung auf der Sekundarstufe II besuchen derzeit rund 15'000 Lernende. Bis 2035 wird voraussichtlich ein Höchststand von 18'000 Lernenden erreicht. Für diese Stufe sind die Szenarien mit grösseren Unsicherheiten behaftet. Neben demografischen Aspekten beeinflussen viele weitere Faktoren die Entwicklung wesentlich mit, zum Beispiel die Attraktivität des Ausbildungsangebots oder die Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Bildungsszenarien werden regelmässig aktualisiert
Die LUSTAT-Bildungsszenarien helfen dem Kanton und den Gemeinden, Schulraum zu planen und genügend Lehrpersonen auszubilden und einzusetzen. Sie werden aufgrund neuer demografischer Entwicklungen sowie Veränderungen im Bildungssystem regelmässig aktualisiert.
Die Modellannahmen werden jeweils in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern getroffen. Szenarien sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet, wobei diese mit zunehmendem Zeithorizont steigen. Die Ergebnisse hängen stark von den in den Berechnungsmodellen getroffenen Annahmen sowie deren Quantifizierbarkeit ab.
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